Fernwärme - eine kostengünstige Alternative zu klassischen Heizsystemen. Der SPD-Kandidat Peter Fischer (links) informierte sich über das Trossinger Blockheizkraftwerk. Unser Foto zeigt ihn zusammen mit Martin Bronner von den Stadtwerken.
Foto: Alfred Thiele (Trossinger Zeitung) Trossinger Zeitung, 12.09.09
Trossingen - Das Thema Energie hat bei einem Besuch des SPD-Bundestagskandidaten Peter Fischer in Trossingen ganz im Mittelpunkt gestanden. Zusammen mit Mitgliedern des Ortsvereins informierte er sich über das Blockheizkraftwerk und die geplante Biogasanlage auf dem Eschbach-Bauernhof der Familie Benzing.
Von unserem Mitarbeiter Alfred Thiele
Der SPD-Ortsvorsitzende Dieter Görlich sowie die Parteimitglieder Arno Fischer und Gianfranco Giretti, die Fischer begleiteten, wurden im Blockheizkraftwerk (BHKW) bei der Realschule von den Stadtwerke-Mitarbeitern Martin Bronner und Gerhard Gayer ausführlich über Funktion und Leistung der Anlage informiert. So erfuhren die Besucher unter anderem, dass das Kraftwerk, in dem vornehmlich Wärme erzeugt wird, über ein Leitungsnetz von neun Kilometern Länge bei 87 Privat- und Gewerbekunden für angenehme Raumtemperaturen und warmes Wasser sorgt. Dazu kommen noch 18 Sonderabnehmer wie etwa größere Industriebetriebe. Seit geraumer Zeit wird auch das gesamte Hohner-Areal vom BHKW mit Wärme versorgt.
In der Zeppelin- sowie in der Hohnerstraße wurden erst vor kurzem Leitungen verlegt, so dass jetzt auch hier die BHKW-Wärme genutzt werden kann. Wie Martin Bronner versicherte, ist Fernwärme deutlich günstiger als die klassischen Heiz- und Warmwasser-Systeme.
Im BHKW wird überdies Strom erzeugt, der ins Netz eingespeist wird. Vor allem in Spitzenverbrauchszeiten – täglich zwischen zehn und zwölf Uhr wird 50 Prozent mehr Strom benötigt als am Rest des Tages – kommt diese Energie zum Tragen. Ergänzt wird das mit Erdgas betriebene BHKW durch mehrere kleinere Kraftwerke, die im Stadtgebiet verteilt sind: etwa bei der Löhrschule, im Studentenwohnheim oder in der Kaiserstraße. Der Wirkungsgrad der Anlage liegt zwischen 80 und 90 Prozent – dieser Anteil der Energie kommt dem Verbraucher also direkt zugute.Benzing will Biogasanlage
Weiter ging's auf dem SPD-Energie-Infobesuch zum Trossinger Landwirt Martin Benzing, der auf seinem Hof eine Biogasanlage bauen will. Sie soll Mitte des kommenden Jahres betriebsbereit sein. Eine derartige Anlage dient der Erzeugung von Gas, das durch die Vergärung von Biomasse entsteht. In den Anlagen auf Bauernhöfen werden in der Regel Gülle und andere organische Abfälle eingesetzt. Als Nebenprodukt wird oft Dünger produziert. Bei den meisten Anlagen wird das Gas vor Ort in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Wärme und elektrischem Strom genutzt, der ins Netz eingespeist wird. Dafür gibt es 20 Jahre lang staatliche Zuschüsse, wie Martin Benzing erläuterte. Und mit der Wärme können die Wohnungen, Arbeitsträume und Ställe des Bauernhofes beheizt werden.
Martin Benzing hält auf seinem Hof rund 50 Milchkühe. Nachdem allerdings in jüngster Zeit die Preise derartig in den Keller gerutscht sind, dass er seine Micherzeugung „fast als Hobby“ bezeichnen könne, müsse er schauen, wie er über die Runden komme, berichtete der Landwirt,. Benzing ist davon überzeugt, dass ihm das mit Biogas gelingen wird. Die Anlage soll das Photovoltaik-System, das er bereits installiert hat, ergänzen.
Im Laufe des Besuchs ging es auch um aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen. Es entwickelten sich Diskussionen, in die Fischer seine Vorstellungen einbringen und so doch eine seiner Wahlkampf-Maximen in die Tat umsetzen konnte: er will zum Nachdenken anregen, er will Alternativen aufzeigen und so die Aufmerksamkeit auf die sozialdemokratische Sicht der Dinge lenken